allerherzlichsten dank fuer die gehoerige menge an genesungswuenschen. die mehrheitliche frage war: ‘wie geht’s dem ohr?’ -
‘wie bitte?’
‘hat da jemand gesprochen..?’
Ha, ha, ha, – natuerlich nur ein wenig schelm.
ha, ha, ha – alle wieder beruhigen!
ha, ha,…SCHLUSS!!!”
nach soviel lachfreude wieder zur sachlage: dem knorpelfreund geht’s praechtich. wir verstaendigen uns wieder und an trennungsgeruechten is nichts dran. dem hoerorgan ist vergeben fuer seine losreissversuche.
die kleine Asha L. aus S in A fragt: ‘papa, did you cry?’
‘IN DEIN ZIMMER, du rotzluemmmelin!’ ‘Und, clean up den SAUSTALL!!!!’
Nun wieder unter uns: ein paar wenige, kaum bemerkenswerte traenen moegen geflossen sein. wer kann sich nach einem so traumatischen ereignis schon genau erinneren. eine freundlicher herr schrie mich an: ‘reiss dich zusammen, mann. wat soll’n den meine kinder denken?’
hier im kiez in bondi beach war die sympathiewelle ueberwaeltigend…
‘haste dir eigentlich ne bratwurst eingeschissen?’
‘ich dachte in deutschland ist allgemeine stahlhelmpflicht.’
‘keen wunder ihr habt’n krieg verloren’
‘mit panzer waer det nich passiert’ ….wird mir fuersorgend ueber die kreuzung zugerufen.
zum glueck hoer ich nur die gute haelfte.
axelexcellent
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wer fummelt mir denn da ...
Merke: rad ohne acht besser als radeln ohne acht
Merke: ohne helm weht mehr wind um die ohren
Merke: einbahnstrassenschilder sind fuer taube
Merke: auch in australien sind die motorhauben hart
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gerade als ihr dachtet
der dichter is verschachtet.
keine zeile
fuerne weile,
hat sich erledigt
mit der predigt.
undgottseidank
derwarjakrank,
wat interessiert
wenn scheiss passiert:
n’kaengeruh is umgekippt-
gleich wird’n roman getippt.
nun, engste anhaenger
euer kummer dauert laenger.
ein temporaeres koma
durch babyscheiss-aroma
ist pflichtbewusst beendet.
und kackegal wie ihr’s faendet,
kommt von dieser quelle mehr-
dankeschoen und bittesehr.
axelexcellent
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verdutzt tippt der junge japaner neben mir in seinen uebersetzungscomputer. leise murmelt er vor sich hin: ‘nipple, nipple’ . sein sonst zuverlaessiges geraet laesst ihn verunsichert. nipple? unsere lektorin setzt ihren satz fort:.. ‘find the nipples, place your hands and give compressions.’ ploetzlich sitzt mein nachbar aufrecht. mit einem kleinen piep signalisiert sein elektronischer helfer das ergebinis. entsetzt schliesst er den deckel.
ich fuehle leichtes mitleid mit meinem ueberfreundlichem fernostler. so direkt hat ihm wahrscheinlich noch nie jemand ‘erste hilfe’ erklaert. oder ueberhaupt die menschliche anatomie. unsere lektorin kuendigt partneruebungen an. mein japaner ist der ohnmacht nahe. geschickt nutzt er eine unaufmerksamkeit, um den raum zu verlassen.
ich muss mich mit der puppe vor mir arrangieren. ’find the nipples, place your hands and give compressions.’ na dann los, meine kleene. sie riecht doch zu stark nach latex und ist ohne beine nicht mein typ. schoen still war se aber.
zum theorie examen sitzt er dann wieder neben mir. er sieht erholt aus nach seiner halben stunde in der herrentoilette. die fragen des tests sind fuer mich gewandten ersthilfler kein offener beinbruch. ueber meine schulter halte ich die lektorin im schach und schiebe meine antworten herueber. mit verzagt verunsichertem halblaecheln winkt mein scheuer japaner ab: ohhh no, no, no … mit wiederholtem kopfverneigen.
na dann viel glueck, mein freund und alles gute.
erinnerung an selbst: vermeide herzinfarkt in japan.
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im unmelodischen 10 minuten takt schreit sich diese schreihaelsin durch die nacht. ick hab mir die bediennungsanleitung jetzt schon dutzende male durchgelesen – den ausschaltknopf hab ick immernochnich gefunden. milch hier, bischen schunkeln, an der schulter, erst hin- dann herlaufen – diese scheisserin ist am dauerverlangen.
apropos scheissen. det macht se ja zu gerne. und dauernd. und oft. und staendig. macht eigentlich nischt anderet. schreien, scheissen, schlafen. letzteres natuerlich nur tagsueber. is ja sonst och zu langweilig. ‘ick werd die alten mal uff trab halten – die ham ja sonst nischt zu tun.’
wutentbrannt ruf ick in dem schmierladen an, wo se mir den brocken angedreht haben. wie jetzt, ‘faellt nicht unter garantie leistung’ , ‘normales kleinstnachwuchsverhalten’ , ‘in drei monaten wird’s besser’ ?
in drei monaten!? wollt ihr mich veraeppeln? in drei monaten sitz ick im gefaengnis fuer psychopathische entgleisungen mit stumpfem gegenstand in vollbesetztem nahverkehrsmittel.
sobald ick den kassenzettel finde, bring ick det ramschbuendel zurueck.
axelexcellent

wir freuen uns sooo sehr ueber unsere neue schwester
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eine gute halbe stunde starrt mir der einwanderungsbehoerdenoffizier jetzt schon in den schritt. mein gegenueber war ueber sechzig, hatte noch alle zaehne und das haar war gekaemmt. ich hatte mir fest vorgenommen in australien zu bleiben. ob der schnauzbart kiztzeln wird? mein immigrierungsverlangen schien kurz vor dem ultimativen test.
mein oeffnen des ersten hemdknopfes wird vom aufschwingen der buerotuer verzoegert. herein spaziert eine kollegin. auch sie ist mehr in meinen sitzbereich als meine augenfarbe interessiert. ‘na wat is denn hier los?’
nach einigem beraten druecken sie mir ploetzlich meinen stempel in den reisepass: vorlauefiger aufenthalt zum zwecke der beantragung des temporaeren wohnsitzes in australien – genehmigt. laechelnd reicht er mir mein dokument: willkommen.
9 jahren sind vergangen und ich erinnere mich glassklar:
vom flugplatz fahr ich an unendlich vielen spielplaetzen vorbei. ein park folgt auf den anderen. jeder strand hat einen eingebauten minipool. ein haufen kinderlaeden. buggies ueberall. laechelnde muetter, die von gesellschaftlicher fuersorge und einrichtungsfreundlichkeiten ueberschuettet werden. ich schlag die zeitung auf und da steht’s:
‘eins fuer papa, eins fuer mama, eins fuer die nation.’ hatte der innenminister gerade vorgegeben, um den australischen bevoelkerungsbaum wieder aufzustaemmen.
meine homosexuelle eitelkeit war gekraenkt. was ich stolz als gleichgeschlechtlichen annaeherungsversuch interpretiert hatte, entpuppte sich als rein wissenschaftliches raetselraten ueber meine fortpflanzungskapazitaet.
damals kicherte ich noch in mich hinein ueber meine taeuschungscleverness im zollbereich. gekonnt hatte ich die hosen mit socken verstaerkt. ein alter trick aus pubertaeren diskozeiten. auf was die marzahner maedels reihenweie nich reingefallen sind, hat endlich auf der anderen erdhalbkugel ausgetrickst.
die denken hier ernsthaft, dass ick mir miniplagemeister an die backe klebe. ick doch nich. wer wird denn wohl denn so bloed sein? FREIHEIT!
axelexcellent
P.S. Am Dienstag, dem 30.9.2008 um 13.39 Uhr Ortszeit erblickte mein drittnachwuchsthronfolger das licht der weiten welt. eine tochter.
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unser naechster clanverstaerker wartet geduldig im mutterbauch und schert sich wenig um gebaerkalkulationen, unmittelbare lebensplanung und allgemeine arbeitsverplichtungen. 10 tage sind seit geburttermin verstrichen und frechfoetus turnt putzmunter volle rueckwaertsrollen auf der falschen seite des muttermundes. waehrend sich alle besorgt alle 3.5 sekunden nach dem befinden meiner gattin erkundigen, fragt mich nur ein einziger nach meinem ergehen: Keine Sau. allen anderen isses scheissegal.
bemerke ich da ein gewaltiges aufwallen in der internationalen frauenbewegung? vernehme ich vereinzelte, sich schnell verstaerkende hochtonkreische: zieh’n kopp ein, du vollverweichlichtes vatertier! wat weesst du denn schon von melonen aus’m rektalkanal wenn ihr maennerbande bei jedem husten heult? fresse halten, hinsetzen und extra kissen rueberreichen!
am leben halten mich eure vestecktsympathien, liebe weltweite auchpapas. heimlich nicken wir uns im geheimen insgeheim zu. wir haben unsere hochvergoettlichten nach hartem vor und zurueck ueberzeugen koennen sich das pokalspiel statt der lieblingsserie vor’m lieblingsfilm anzutun. und nun geht die ganze schose in die verlaengerung und elferknallen. da bleiben nur verlierer.
an alle nochnichtfortgepflanztenspaetervaeter ein kleiner rat fuer wenns euch dann trifft: fresse halten, hinsetzen und extra kissen rueberreichen!
axelexcellent
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also langsam reichts mir. da kommt man hier in sydney nixahnend in dauerurlaubsstimmung an und mit wat muss man sich abgeben? brutalste temperaturschwankungen von 25-35 Grad im sommer mit och noch gelegentlichen gewittern. im winter soll man sich horrende durchschnitte von 20 Grad gefallen lassen, die se einem versuchen mit dauersonnenschein zu uebertuenchen.
bin mal runter zum hafen. kannste voll vergessen. vor lauter dauerglitzern uff der blauwasseroberflaeche kann keene sau ohne teure sonnenbrille weder opernhaus noch bruecke und den ganzen schnickschnack sehen. und uff der faehre rueber nach nord sydney wird einem vom rundherumgeglotze voellig schwindlich.
all paar wochen mach’n die hier eene bambule dass man nich mal uff’m liegestuhl liegen kann. hier wat los, da wat los - wer soll sich da in ruhe ausruhen? da hamse mich zum draussenfreilichtfilmanguckfestival gelockt, angeblich weltberuehmt und superdoll. von wegen! hunderttausend auf ner grossen wiese, machen laerm und picknick und dann sind det och noch allet kurzfilme. nich mal n’schoenbuntfilm so mit anfang, mitte und happy-ende. Nee, nur allet buntdurchnander, mal lustig und alle groelen, dann wieder heulerei, krimi, docu, gruselig. die uff der nebendecke hammir jetzt schon det dritte glas wein und mit minikaesecraecks anjedreht. aber mir koenn die dauerfreundlich australisch locker nischt vormachen. die wolln mir garantiert die euros aus der bauchtasche rausklauen.
und wennde denkst du kannst am lauen sommerabend mal in ruhe die promenade runterspazieren, trommeln dir die brasilianer die ruebe zu, argentinier quasseln mit chilenen und urus, schotten und iren kann keene sau verstehen; skandinavier, tschechen, asiaten aller sorten und und und. wer solln da klar kommen? da will ick wat essen und finde thai, italiener, ethopier, spanier, malysier am strand, am hafen, in der bucht…’aber ne ordentliche haxe hamse nich’, denk ick mir und finde mich ploetzlich mit bierkrug und sauerkraut im loewenbraeukeller. wenigstens n’bisschen ordnung. aber einziehen lassen woll’n se mich nich. dann geh ick halt im pacifik baden. diese scheiss hitze aber och.
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viele von uns fragen sich: mensch, wasdenn eigentlich so anders woanders? is det unkraut wirklich gruener?
na denn guckenwa zum beispiel mal auf’s politsytem um zu sehn, wie geordnet sich abgeordnete anderer laendern bewegen.
der neue polizeiminister des bundesstaates new south wales hier in australien war drei tage im amt als er seinen job schon wieder los war.
was war passiert?
eine kleine bueroparty nach erfolgreicher haushaltsdebatte hatte alle beteiligten in geloester stimmung. besonders geloest zeigte sich unser angehender oberbeschuetzer: voller freude fuehrter er seine eigene induvidualpolonaese durch den raum bevor er im muehelosen lambadaschritt auf die buerocouch sprang. einmal oben gut drauf zeigte er wahllos die neuesten huepfer aus seiner tangoklasse und weil dass warm macht, machte er sich frei von laestigem hemd und anzugshose. jetzt nur noch in schluepper war er losgeloest von allen politischen zwaengen.
nachdem die story die runde machte und die presse erreichte, erinnerte er sich nur was sie ihm am ersten tag des politikerferienlagers beigebracht haben: alles abstreiten. das ging nicht lange gut. dann erinnerte er sich an lektion zwei, und schnappte sich (aus mangel an eigengeignetem niedlichnachwuchs) seine schnucklige nichte fuerne pressekonferenz mit dahinterstehenden freunden und familie. er moege eventuell in gewisser weise leicht fehlgetreten haben sein tun …
so, falls ihr euch immernoch fragt was hier anders ist:
wenn die politkasper erst scheisse baun, dann allen den buckel gruen und blau schummeln, sich dann an nischt erinnern koennen und auf’s empoerteste hoechstenergisch dementieren, dann gezwungen zugeben und schliesslich kleinstlaut bei onkel paule, oma und dem rest des volkes entschuldigen, mit gehobener dauerwelle zuruecktreten, bevor sie irgendwo wieder schummelschwindelnd auftauchen, dann tunse das hier … in englisch.
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meine fruehe karriere als kellner in sydney verlangte das taegliche reisen im bus. die route fuehrte von bondi beach durch die seitenstrassen von paddington in die city. ich hatte keine probleme mit der 45-minuetigen taeglichen fahrt, mochte sie sogar fuer die moeglichkeit zu entspannen.
.
ich sitze also wie gewohnt in meinem lieblingsplatz, reihe 7, sitz am gang, meine tasche neben mir. lesend gleite ich so durch die stadtbezirke. auf halben weg blicke ich auf und beobachte einen aelteren herren einsteigen. er traegt eine anzugsjacke voller abzeichen, die ihn als anzac ausweisen. anzac ist das ehemalige australisch – neuseelaendische armee korps – die stolzen und hochrespektierten soldaten des ersten und zweiten weltkrieges.er kommt auf meine reihe zu. hilfsbereit rutsche ich rueber, nehme meine tasche vom sitz und ermoegliche ihm so, sich schnell hinzusetzen. der mann nickt und setzt sich. ich lese weiter.
ein paar minuten vergehen ereignislos. ploetzlich verspuere ich etwas merkwuerdiges. der schmale luftspalt zwischen unseren oberschenkeln ist verschwunden und wir sind in direktem beinkontakt. ich blicke pruefend auf meine beinstellung und finde sie unveraendert. eine seichte welle des unbehagens schwappt durch meinen koerper. ich lasse sie verebben und widme mich wieder meinem buch.
wenige momente spaeter jedoch bemerke ich eine unabstreitbare verstaerkung unseres koerperkontakts. das unbehagen brodelt erneut auf, diesmal staerker. das hat man nun davon, wenn man freundlich ist.
‚bei allem respekt‚ aber so mal nich, opa’, denk ich mir und beginne mit operation gegendruck. ich beachte dabei alle regeln des doppelreihensitzbeinraumduells in oeffentlichen nahverkehrsmitteln.
‘ist das der dank fuer meine freundlichkeit?’
ich starre weiter in mein buch und halte unbeindruckt mein bein in stellung. wir sitzen so fuer einige zeit, waehrend sein pressen auf einem konstanten pegel zu bleiben scheint.fast vergesse ich unseren monotonen wettstreit, als ich ploetzlich koerperberuehrung an meinem oberarm wahrnehme.
‚det kann doch wohl nich wahr sein’ .
sein arm drueckt staerker und staerker gegen meinen. meine sympathie ist jetzt restlos aufgebraucht und mein respekt vorm alter hat sich in blanke wut verwandelt.
gerade als ich zum ellenbogenaussortierschlag ausholen will, werde ich von einem eigenartiges, tiefvibrierendes geraeusch abgelenkt. fuer einen moment halte ich inne und lausche. das geraeusch kommt wieder und verstummt. fast bin ich mir sicher als ursache fuer diese seltsamen toene das handy der jungen frau vor mir auszumachen als opa’s kopf langsam auf meine schulter gleitet.
ich blicke voellig entgeistert herueber und finde den senioren schnarchend an meinem arm. mein aerger verfliegt und ich bin ratlos. was macht man mit einem achtzigjaehrigen, der einen grunzend gegen das busfenster drueckt?
bevor ich eine loesung finden muss, wacht er mit einem leichten schuetteln von selbst auf. er schaut mich verdutzt an und laechelt dann verlegen. nun schaeme ich mich aber gewaltig. das alter hat ihm nur noch wenige zaehne gelassen.
vor einem augenblick noch wollte ich ihm diese paar letzten beisser rigoros rausdreschen und waere wahrscheinlich des landes verwiesen worden.
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