raphael benitez, trainer vom fc liverpool, hat’s mal so beschrieben:
‚wenn ich meiner frau sagen wuerde, ich geh mal zum cricket und dann komme ich erst 5 tage spaeter wieder, dann wuerde sie mich wahrscheinllich nich mehr reinlassen.’
als ich zum ersten mal in england war und dort die sportseiten aufschlug, dachte ich, die wollen mich verarschen. seite ueber Seite ueber ein eigenartiges spiel, das tage dauert und dann auch noch unentschieden ausgehen kann! wer kieckt sich denn den scheiss an?
die englaender lieben ja tradition ueber alles; die denken sich vieliecht: ‚wat wa schon immer gemacht haben muessen wa immer machen – och wenn’s keene Sau interessiert.’ ueberaschenderweise interessieren sich jedoch jede menge.
die aussies sind sogar noch’n zahn schaerfer. wenn die nationaltruppe am zweiten weihnachtsfeiertag, dem beruehmten ‚boxing day test’, gegen eine der anderen cricket nationen auflaeuft, kommen 60.000 ins MCG in melbourne. ist das spiel gegen den urrivalen, ex-kolonialboss england, finden sich locker 90.000 ein, um von 10 bis 6 im stadion zu sitzen. und das ist nur der erste von fuenf spieltagen im match!
verueckter geht’s nur noch in indien zu, wo 1 Milliarde menschen ueber nichts anderes zu quatschen scheinen. die koennen keinen ball schiessen, nich gradeausrennen, wuerden im wasser ersaufen und im schnee erfrieren. das einzige woran die denken, ist mit nem schlaeger eine lederkugel zu hauen und tage zu warten, bis man weiss wie’s ausgeht.
hab’s selbst mal versucht. die scheissmurmel zu treffen ist schwerer als vermutet. den lederbrocken zu fangen ist auch leichter gedacht als getan.
dann hab ich mir die sache mal genauer intensivrecherchiert und den geheimplan ‚verdutz den aussie’ geschmiedet.
in den tagen nach einem match dauerts meist nicht lange bis das gespraech aufs geschehene verfaellt. naturlicherweise erwartet man vom deutschen, dass er nur ueber homo-soccer quasseln kann.
na denn mal los.
in heftigstem deutschen akzent lamentiere ich lapidar die kollabierte mittelordnung, diskutiere beilaeufig den taktischen wert der eingenommen aussenfeldpositionen im sechsten und siebten ’over’ und bewundere den effetbowler, der im ersten innings 4 wickets genommen hat.
der mund steht meist eine weile offen. dann dauerts noch’n bisschen bevor sie fuer einen moment benommen torkeln und dann immer noch nischt sagen koennen.
schliesslich fangen sich meine austral-perplexten, gratulieren mir ueberschwenglichst zur konvertierung und schwingen sich voller begeisterung in ihre eigene spielanalyse.
ich hoere laechelnd zu, nicke, stimme zu, gebe recht.
soll’n se mal machen. aber erzaehlt mir nich, fussball ist scheisse.
axelexcellent.