brief aus sydney

Beiträge vom August 2008

cricket ?

31-August-2008 · 5 Kommentare

raphael benitez, trainer vom fc liverpool, hat’s mal so beschrieben:

 

‚wenn ich meiner frau sagen wuerde, ich geh mal zum cricket und dann komme ich erst 5 tage spaeter wieder, dann wuerde sie mich wahrscheinllich nich mehr reinlassen.’

 

als ich zum ersten mal in england war und dort die sportseiten aufschlug, dachte ich, die wollen mich verarschen. seite ueber Seite ueber ein eigenartiges spiel, das tage dauert und dann auch noch unentschieden ausgehen kann! wer kieckt sich denn den scheiss an?

 

die englaender lieben ja tradition ueber alles; die denken sich vieliecht: ‚wat wa schon immer gemacht haben muessen wa immer machen – och wenn’s keene Sau interessiert.’ ueberaschenderweise interessieren sich jedoch jede menge.

 

die aussies sind sogar noch’n zahn schaerfer. wenn die nationaltruppe am zweiten weihnachtsfeiertag, dem beruehmten ‚boxing day test’, gegen eine der anderen cricket nationen auflaeuft, kommen 60.000 ins MCG in melbourne. ist das spiel gegen den urrivalen, ex-kolonialboss england, finden sich locker 90.000 ein, um von 10 bis 6 im stadion zu sitzen. und das ist nur der erste von fuenf spieltagen im match!

 

verueckter geht’s nur noch in indien zu, wo 1 Milliarde menschen ueber nichts anderes zu quatschen scheinen. die koennen keinen ball schiessen, nich gradeausrennen, wuerden im wasser ersaufen und im schnee erfrieren. das einzige woran die denken, ist mit nem schlaeger eine lederkugel zu hauen und tage zu warten, bis man weiss wie’s ausgeht.

 

hab’s selbst mal versucht. die scheissmurmel zu treffen ist schwerer als vermutet. den lederbrocken zu fangen ist auch leichter gedacht als getan.

 

dann hab ich mir die sache mal genauer intensivrecherchiert und den geheimplan ‚verdutz den aussie’ geschmiedet.  

 

in den tagen nach einem match dauerts meist nicht lange bis das gespraech aufs geschehene verfaellt. naturlicherweise erwartet man vom deutschen, dass er nur ueber homo-soccer quasseln kann.

 

na denn mal los.

 

in heftigstem deutschen akzent lamentiere ich lapidar die kollabierte mittelordnung, diskutiere beilaeufig den taktischen wert der eingenommen aussenfeldpositionen im sechsten und siebten ’over’ und bewundere den effetbowler, der im ersten innings 4 wickets genommen hat.

 

der mund steht meist eine weile offen. dann dauerts noch’n bisschen bevor sie fuer einen moment benommen torkeln und dann immer noch nischt sagen koennen.

 

schliesslich fangen sich meine austral-perplexten, gratulieren mir ueberschwenglichst zur konvertierung und schwingen sich voller begeisterung in ihre eigene spielanalyse.

 

ich hoere laechelnd zu, nicke, stimme zu, gebe recht.

 

soll’n se mal machen.  aber erzaehlt mir nich, fussball ist scheisse.

 

axelexcellent.

 

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taler zaehlen, erster sein

24-August-2008 · 2 Kommentare

 

‚was ist 1+1, fritzchen?’

 

‚ist doch klar, herr mueller, „2“’

 

‚FALSCH, du abgebrochener rotznaiver. nachsitzen und gefaelligst olympia glotzen, damathe was fuers leben lernst.’

 

 

 

china zaehlt nur goldtaler.

 

die amis zaehlen alle taler in allen farben.

 

die inder wundern sich warumse trotz extrem prokreativem verhaltens nischt zu zaehlen haben.

 

die briten zaehlen gerne nur britentaler gegen aussietaler.

 

die russen versuchen talerwerte per annexion zu erhoehen.

 

die koreaner denken:

realgesamttalerwert= suedtalerwert+(nordtalerwert+watzuessen-kimjongundseinebande).

 

die balkanslawen wissen nich’ obse addieren oder bombardieren sollen.

 

die slovaken und tschechen wuenschten, sie haetten jeweils nur einen einzigen taler mehr.

 

luxemburg vergleicht nur mit grossherzugstumstalern.

 

in jamaika sind nur schnellrenntaler anerkannt.

 

rennt der jamaikaner in die bahamas, rechnet man ihm vor:

allepekingtaler/einwohnerzahl=verpfeiffdirunderzaehldemrestderwelt

 

mugabe schwadroniert:

allepekingtaler/bruttoinlandsprodukt=wirsinddiegroessten

 

der muskuloese togolese beweist die hypothese:

taler/olympiamannschaftsteilnehmerstaerke/bruttoinlandsprodukt=pogointogo

 

kommen die finnen wieder zu sinnen, erinnern sie sich: allejemalssommergesamtaler/einwohnerzahl=grundzumwodkasaufen

 

liechstenstein findet sommerspiele scheisse, denn fuer sie gilt:

allejemalswintergesamttaler/einwohnerzahl=ruhmfuersfuerstentum

                                                                                    

 

 

‚1+1, fritzchen?’

 

‚kommt drauf an wer fragt, herr mueller’

 

‚EINS, setzen.’

 

 

axelexcellent.

 

 

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umgraben bitte

17-August-2008 · Kommentar schreiben

seit unserem umzug geniessen wir die vorteile eines kleinen gemeinschaftsgartens. die fuersorge wird begeistert von unserer litauischen uebermieterin uebernommen, die hecken hingebend hegt, grass gekonnt giesst und planzen pflichtbewusst pflegt.

 

vor kurzem hat sich meine frau leger in eine diskussion ueber unsere leeren gartentoepfe eingelassen. wie toll waere es, wenn man ein paar minitomaten einsetzen wuerde.

 

nun hat meine partnerin viele talente; gott ist allerdings die gruene farbe ausgegangen als der daumen bemalt werden sollte. eine tatsache, die sie im nebel der nachbarschaftshoeflichkeiten enthielt. und jeglich verbliebener botanische wille ist temporaer erstickt vom unverkennbaren acht-monate dicken babybauch.

 

nun weiss ich nicht wie die dinge in den baltenlaendern funktionieren. man hoert ja von frauen die waehrend der feldarbeit ihr baby zur welt bringen und dann weiter kartoffeln ernten. doch wissentschaftliche studien und internationale ehemaennernbefragungen berichten ausserdem unmissverstaendlich ueber die unberechenbaren hormenellen tendenzen des tragenden muttertiers.

 

unsere freundliche nachbarin hat weder kinder noch einen fernseher; ihr moegen diese beunruhigenden tatsachen so entgangen sein. mit naiver hartnaeckigkeit erkundigt sie sich bei meiner frau fast taeglich ueber den fortschritt des tomaten projektes.

 

‚weisst du, du brauchst nur einen sack topferde vom baumarkt holen, ein bisschen duenger, ein paar kleinpflanzen und los geht’s.’

 

mit geschwindem ablenkungsmanoever bringe ich unsere freundliche nachbarin in sicherheit.

 

mir wird wohl nichts anderes uebrigbleiben, als besagte toepfe selbst mit pflanzenwuchs zu fuellen, um ein drohendes massaker in meinem wohnblock zu verhindern.

 

axelexcellent

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free tibet – frueh zubett

10-August-2008 · 1 Kommentar

ja mensch, olympia.

 

da rennense und werfense und springense und schwimmense und radelnse und schiessense und  …     alle gucken zu.

 

ausser ick.

 

habe mich zur protestierung entschlossen. werde rigoros-selektiv alles boykottieren wat die anbieten. von der rythmischen sportgymnastik uebert bogenschiessen bis zum kanufahren kommt mir nischt vor die glotze.

 

da bleib ick eisenhart. irgendwer muss ja mal nen punkt machen. aber widerstandskampf bin ick ja jewoehnt. war ja schon immer konterpolitisch. mit vollstem mut ham wa damals im stalinistischen verbrecherstaat uff unseren weg zu gruppenleitersitzungen gegen die verkehrsregeln verstossen. och wenn’s berghoch manchmal schwierig war. bis wa det kommunistische weltsytem zum einsturz gebracht haben.

 

die chinesen sind als naechste dran. denen wern wa ordentlich ins vogelnest scheissen…

 

 

nu muss ick aber los. frauen-beachvolleyball faengt gleich an.

 

axelexcellent

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unten an der ecke

3-August-2008 · Kommentar schreiben

scheisse, da is Jomo schon wieder. hatte versucht ihn unbedingt zu vermeiden.

 

werde ihn einfach ignorieren…

 

 

„HEY kumpel, wie geht’s ?“

 

scheisse.

 

und dann passiert’s wieder:

 

‚high-five’, ’low-five’, handrueckenklatsch, handflaechenklatsch, schleifenlassen, fingerspitzen kurz festhalten und …schnips.

 

jedesmal.

 

hab’s immer noch nich begriffen. da kieckt man seit fallen des anti-imperialistischen schutzwalls nur noch ami-filme, versucht sich zu bilden, vorzubereiten auf die kapitalistische strassensprache und dann kommt einem ein kenianer uebern weg gelatscht, mitten in sydney, um einen voellig das gelenk zu verheddern. Kann man sich denn nich mal normal die hand geben?

 

mein verdacht is, dass sich hinter dem breiten grinsen ein umkehr-rassist versteckt, der den weissen mann laecherlich machen will.

 

oder vielleicht isser ein deutschen-hasser.

‚ah, da kommt der ‚kraut’ angelatscht, den wern mal wieder alt aussehen lassen.’

 

axelexcellent.

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